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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
Autor und Koautoren D. Fäh, S. Wiemer, D. Roten, B. Edwards, V. Poggi,
C. Cauzzi, J. Burjanek, M. Spada, R. Grolimund, M. Gisler,
G. Schwarz-Zanetti, P. Kästli
Beauftragte Institution Schweizerischer Erdbebendienst
Adresse Sonneggstrasse 5, CH-8092 Zürich
T
e
l., E-Mail
, Inter
netadresse
+41-44-633 3857, d.fae
[email protected].
ch, www
.seis
mo.ethz.ch
Dauer des Projekts Juli 2010 to Juni 2014
ZUSAMMENFASSUNG
Das Projekt Expertengruppe Starkbeben ist in
fünf Teilprojekte unterteilt und folgt dem Ziel
der Verbesserung der regionalen und loka-
len Erdbebengefährdungsabschätzung in der
Schweiz mit speziellem Fokus auf die Stand-
orte der Kernanlagen und den potenziellen
Standorten für geologische Tiefenlager. Die
fünf Teilprojekte befassen sich mit der Ska-
lierung von Erdbeben und der Abminderung
der seismischen Wellen als Funktion der Dis-
tanz vom Erdbebenherd mit den lokalen Ver-
stärkungen von Bodenbewegungen, den so-
genannten Standorteffekten, mit der Model-
lierung von seismischen Wellen in komple-
xen nichtlinearen Medien, mit der alternativen
Charakterisierung von seismischen Quellregi-
onen und mit der Aufarbeitung von histori-
schen Daten zu Erdbeben.
Die Abminderung der seismischen Energie ist
ein Hauptaspekt bei der Modellierung der Bo-
denbewegung. Die Expertengruppe Starkbe-
ben beteiligt sich an der Entwicklung eines
Schweiz-spezifischen stochastischen, seismi-
schen Abminderungsmodells, welches eine Al-
ternative zu den globalen Abminderungsmo-
dellen im PRP darstellt.
Für die Charakterisierung des Standorteffek-
tes sind die vorhandenen Informationen wie
beispielsweise die Bodenklasse, Bodenunru-
hemessungen, das gemessene Geschwindig-
keitsprofil oder Erdbebenaufzeichnungen von
grosser Wichtigkeit. Um die Unsicherheiten
dieser Charakterisierung zu reduzieren, unter-
sucht die Expertengruppe Starkbeben verschie-
dene neue und existierende Proxys und berück-
sichtigt dabei den Einfluss von Geschwindig-
keitsvariationen im Fels und in verschiedenen
Sedimenten sowie Resonanz-Phänomene.
Als Vorbereitungen auf zukünftige Entwick-
lungen im Bereich der Erdbebengefährdungs-
abschätzung werden die ersten Schritte für
den Übergang von der probabilistischen zur
physik-basierten Erdbebengefährdungsab-
schätzung gemacht. Dazu wird nichtlineares
Materialverhalten, einer der Schlüsselfaktoren
bei der physikalischen Limitierung der Boden-
bewegung mittels Modellierungen und Labor-
analysen untersucht. Diese Arbeit verbessert
auch das generelle Verständnis der Wellenaus-
breitungsphänomene und somit das Verständ-
nis für die beobachteten Bodenbewegungen
an der Erdoberfläche.
Im Teilprojekt der seismischen Quellcharakte-
risierung werden neue alternative Ansätze un-
tersucht, um die Seismizität in schwach-seis-
mischen Gebieten besser charakterisieren zu
können. Mit der Anwendung einer realitäts-
nahen Verteilung der Seismizität wird gezeigt,
dass herkömmliche PSHA Verfahren die Ge-
fährdung überschätzen und die Unsicherhei-
ten unterschätzen. Des Weiteren wurde in
diesem Teilprojekt Arbeiten in Angriff genom-
men, um die Wahrscheinlichkeiten für Ober-
flächenrupturen zu berechnen.
Unter dem Teilprojekt der historischen Seismo-
logie werden kontinuierlich historische Erdbe-
beninformationen aufgearbeitet, welche als
Basisinformation in Schweizer Erdbebenkata-
log einfliessen. Die Expertengruppe beteiligte
sich in diesem Zusammenhang an der Über-
arbeitung des Erdbebenkatalogs (ECOS-09).
Expertengruppe Starkbeben
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