Caple AUF900 Bedienungsanleitung Seite 39

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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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Kernkraftwerk auftreten können. Diese können
durch Blitz oder auch Fehlschaltungen in der Hoch-
spannungsanlage ausgelöst werden, wie dies im
Jahre 2006 im schwedischen Kernkraftwerk Fors-
mark 1 der Fall war. Der Ursprung für solche Über-
spannungen liegt im Hochspannungsbereich, wo-
bei der Energiegehalt durch die Speisung vom Netz
bzw. vom Generator sehr hoch ist. Das hat zur Fol-
ge, dass sich die Überspannungen auf eine grosse
Zahl von Systemen negativ auswirken können. Da-
her sind die Ausrüstungen, die Annahmen und die
gestaffelte Sicherheitsvorsorge (defense in depth)
sowohl bei der Erstauslegung als auch bei Ände-
rungen entsprechend zu prüfen. Konkret sollen
Überspannungen auf der Höchstspannungsebene
keine bzw. beherrschte Auswirkungen auf andere
Ebenen wie zum Beispiel die Notstromspannungs-
ebenen haben. Bei Inbetriebnahme bzw. wieder-
kehrenden Tests von Schutzeinrichtungen sollten
Methoden angewendet werden, die sicherstellen,
dass alle denkbaren Ereignisse a/jointfilesconvert/360025/bgedeckt werden.
Das Projekt hat vor allem zwei Ziele: Erstens soll
der Stand des Wissens zur Robustheit von sicher-
heitsrelevanten elektrischen Systemen zusam-
mengestellt werden; dabei sollen die Wechselwir-
kungen mit anderen elektrischen Systemen, die
Nutzung neuer Technologien und die damit ver-
bundene Modernisierung älterer Anlagen berück-
sichtigt werden. Zweitens sollen im Projekt Richtli-
nien für die Kommunikation zwischen Netzbetrei-
bern, Aufsichtsbehörden und Betreibern entwi-
ckelt werden.
Projektziele des Berichtsjahres und
wichtige Ergebnisse
Bei einer Projektsitzung im Mai 2011 wurden un-
ter anderem Ergebnisse von Simulationsmodellen
in Spanien und Frankreich betreffend den mög-
lichen Überspannungen nach einem Kurzschluss
aufgezeigt. Das Beispiel des Vertreters von Eng-
land zeigte auch auf, dass externe nahegelegene
Fehlhandlungen Auswirkungen auf KKWs haben
können (z.B. wurde durch eine fehlerhafte Hand-
lung in nahegelegenen Windparks die Abschal-
tung eines KKW bewirkt). Ein weiterer Vortrag be-
schäftigte sich mit der elektrischen Auslegung des
European Pressurized Water Reactor EPR und di-
versen Massnahmen betreffend dem Thema Com-
mon Cause Failure CCF (siehe zu diesem Ereignis-
typ auch das Projekt OECD-ICDE, Kap. 1.2.3) und
Diversität bei diesem Anlagentyp.
Das wichtigste Ziel war jedoch die Festlegung des
Inhalts und der anzustrebenden Tiefe des soge-
nannten «Technical Opinion PapeTOP. Der Ver-
treter der Schweiz hat dazu einen Beitrag zum The-
ma «Communication Interface between NPP and
Grid» geliefert. Dieser Bericht wurde vom Commit-
tee on the Safety of Nuclear Installations CSNI bei
der Dezember-Sitzung gutgeheissen.
Zudem wurde aus aktuellem Anlass das Thema Fu-
kushima aufgenommen. Es wurde beschlossen,
dass sich eine neue Expertengruppe diesem The-
ma annehmen soll. Dazu wurde ein Grundlagen-
papier erarbeitet, welches den inhaltlichen Auftrag
wie folgt beschreibt:
Die Auslegung von Kernkraftwerken ist bezüg-
lich Ereignisannahme und Unfallmanagement zu
erweitern respektive zu überprüfen. Insbesonde-
re soll hier neben dem Betriebsverhalten auch das-
jenige während Abstellungen berücksichtigt wer-
den. Als Erkenntnis sollen auch die Lagerbecken
des Brennstoffes miteinbezogen werden. Die Situ-
ation bei vollständigem Verlust der Energieversor-
gung muss bedacht und bewertet werden.
Generell soll die Robustheit der elektrischen Sys-
teme für externe Ereignissen überprüft werden.
Dabei sind auch die notwendigen Unterstützungs-
systeme zu analysieren und zu bewerten. Ebenso
gilt dies r die damit zusammenhängenden Ab-
läufe und Ausbildungen. Für den Fall eines totalen
Stromverlustes ist ein übergreifender Ansatz not-
wendig. Insbesondere sind wichtige Kenngrössen
wie raumbezogene Wärmeentwicklung, Ventilati-
on, Leckage sowie Borkonzentration und Kapazi-
tät der Notstandsbatterien dabei entscheidend.
Als weiterer Punkt soll der Umgang mit teilde-
fekten elektrischen Ausrüstungen und Reparatur-
möglichkeiten untersucht werden. Die Zusammen-
arbeit mit werksfremden Organisationen ist zu hin-
terfragen. Dasselbe gilt für die Vorkehrungen zur
Wiederverbindung der Einspeisungen, um die mi-
nimalen Ausrüstungen für die Nachzerfallswär-
meabfuhr betreiben zu können. Dazu sollen Un-
wägbarkeiten und potenzielle Hindernisse erkannt
werden. Die Möglichkeiten zur behelfsmässigen
Fremdeinspeisung zur Versorgung der Werksinfra-
struktur sollen vorsorglich untersucht werden. Die
Wahrnehmung der Reparatur- und Behelfsmass-
nahmen im Fall des Verlustes der externen Einspei-
sung innerhalb der Notfallplanung soll beachtet
werden. Auch die Begeh- respektive Befahrbarkeit
zum Werksgelände nach einem externen Ereignis
ist zu berücksichtigen.
Insgesamt sind die Bedeutung der elektrischen
Ausrüstung sowie die wichtigen Informationen
mit deren Darstellungsmöglichkeiten festzulegen
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